Erste Hilfe bei Liebeskummer

Vorab: Wenn in diesem Moment irgendjemand Grund hat, einfach mal nicht perfekt zu sein und auf das, was die anderen denken zu pfeifen, dann sind SIE das!

Also legen Sie gleich los: 24 Stunden im Bett verbringen, stundenlang weinen, unflätig über den/die Ex schimpfen, die Nacht zum Tag machen, stundenlang mit der besten Freundin/dem besten Freund telefonieren, ausgehen, tanzen, feiern, trinken und Geld für überflüssige Sachen ausgeben – all das ist erlaubt! Tun Sie all das, was Ihnen jetzt gerade gut tut. Für ein paar Tage kann das der richtige Weg sein.

 

Wenn Sie Kinder haben, muss aber erstmal ein Wochenende für das Ausleben Ihres Schmerzes reichen. Bringen Sie Ihre Kinder für diese Zeit bei Oma und Opa oder lieben Freunden unter. Bestimmt springen diese auch später gerne noch einmal ein.

 

Und dann?

Den Schmerz über die Trennung kann Ihnen keiner nehmen, da müssen Sie leider irgendwann ganz alleine durch.

Jedoch gibt es ein paar Tipps die Ihnen helfen können, die schwere Zeit nach der Trennung besser zu meistern:

 

1. Halten Sie Abstand zum Ex-Partner

Auch wenn sich das Herz nichts sehnlicher wünscht, als im Kontakt mit dem Ex-Partner zu sein,  halten Sie Abstand. Nehmen Sie nur wenn es unbedingt sein muss Kontakt zum Ex-Partner auf und vermeiden Sie Orte, an denen Ihr Ex-Partner Ihnen begegnen könnte.

 

2. Behalten Sie Ihre tägliche Routine bei

Auch wenn es im Moment verlockender erscheint sich die Decke über den Kopf zu ziehen als arbeiten zu gehen oder die Kinder in den Kindergarten zu bringen: Stehen Sie trotzdem auf und gehen Sie los.

Gerade in Umbruchsituationen ist es wichtig, durch Beibehaltung der täglichen Routine dem Leben Struktur zu geben um nicht in negativen Gefühlen unterzugehen.

 

3. Igeln Sie sich nicht ein

Auch wenn Sie in Ihrem Schmerz einfach nur alleine sein möchten, sollten Sie weiterhin Kontakt zu Freunden und Bekannten halten. Nehmen Sie Einladungen an, gehen Sie aus – auch wenn Ihnen danach nicht zumute ist. Kontakt zu anderen Menschen lenkt ab und tut gut – und das ist in Ihrer Situation sehr wichtig. 

 

4. Machen Sie Pläne

Das Wochenende steht vor der Tür und das Leben ohne den Partner erscheint noch sinnloser? Gerade für die Abende und Wochenenden sollten Sie Ihren Tagesablauf im Voraus planen. Vermeiden Sie einsame Stunden auf dem Sofa und das Gefühl von der Welt isoliert zu sein.

 

5. Bringen Sie Ordnung in Ihr Gefühlschaos

Wenn Kopf und Körper sich unaufhörlich in einem Karussell aus Gedanken und Gefühlen drehen hilft es, Tagebuch zu schreiben. Beim Schreiben klärt und ordnet sich vieles: Was war gut, was war schlecht in den letzten Jahren? Wo stehe ich? Wo will ich hin? Was möchte ich zukünftig anders machen? Was muss ich in Angriff nehmen?

So entsteht Klarheit, die Gedanken ordnen sich und Sie werden ruhiger. Schöner Nebeneffekt: Wenn man dieses Tagebuch Jahre später einmal wieder zur Hand nimmt, wird man daran erinnert, wie stark man die damalige Situation gemeistert hat.

 

6. Ihre persönliche „Was-will-ich-tun-Liste“

Legen Sie sich eine Liste von Dingen an, die Sie tun wollen, um Ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen ( z. B. einen Anwalt aufsuchen, einen Arzttermin vereinbaren, zur Arbeitsagentur gehen etc. )

Ordnen Sie diese Dinge nach Dringlichkeit und beginnen Sie mit dem Wichtigsten (auch wenn Sie glauben, dass Sie dem gerade gar nicht gewachsen sind). 

 

7.  Jetzt bloß keine Entscheidungen übers Knie brechen

Wichtige Entscheidungen sollten Sie auf später verschieben. Eventuell werden Sie sonst Entscheidungen bereuen, die Sie unter den momentan primär negativen Gefühlen getroffen haben. 

 

8. Seien Sie gut zu sich

Behandeln Sie Ihr Äußeres und Ihren Körper aufmerksam und liebevoll, vernachlässigen Sie sich nicht. Wenn Sie sich selbst im Spiegel gerne ansehen, hebt das Ihre Laune und lässt Sie aktiver vorangehen.

 

9. Hintern hoch: Bewegen Sie sich

Sport hilft Angst, Wut und Aggressionen abzubauen und setzt Glückshormone frei. Für die nicht allzu Sportlichen unter uns: Eine Stunde Spazieren gehen reicht für ein paar Glückshormone mehr. 

 

10. Schlechte Gesellschaft: Alkohol und Tabletten sind keine Helfer

Auch wenn Alkohol und Tabletten kurzfristig dazu beitragen können, den Schmerz zu mildern, beseitigen sie Probleme nicht dauerhaft. Vielmehr stellen sie in Krisensituationen eine nicht zu unterschätzende Gefahr für Abhängigkeit dar. Versuchen Sie stattdessen mit gezielten Entspannungsübungen abzuschalten. 

 

11. Und raus bist du: Räumen Sie auf

Verpacken Sie alles, was Sie in Ihrer Wohnung an den Partner erinnert in Kisten und stellen Sie diese in den Keller.

Werfen Sie nichts übereilt weg. Gerade Erinnerungsstücke könnten Ihnen sonst später fehlen, sind sie doch auch eine Erinnerung an Ihre persönliche Vergangenheit.

 

12. Mein Reich: Gestalten Sie Ihre Wohnung um

Wollten Sie schon immer mal die Küche Pink streichen oder den alten abgegriffenen Lieblingssessel aus dem Keller zurück ins Wohnzimmer stellen?

Dann ist jetzt genau der richtige Moment dazu. Oft genügen Kleinigkeiten um die Wohnung zu IHRER Wohnung zu machen und sich wieder wohler zu fühlen.

 

13. Lernen Sie neue Leute kennen

Nach einer Trennung zerbrechen nicht selten Freundeskreise oder man möchte die Freunde des Ex-Partners nicht mehr so oft um sich haben. Bauen Sie sich einen eigenen Bekanntenkreis auf. Belegen Sie Kurse in der VHS, gehen Sie zum Yoga oder Sport,  suchen Sie sich ein (neues) Hobby. Eventuell ist ja auch der Besuch einer Trennungsgruppe oder einer Gruppe für Alleinerziehende etwas für Sie.

 

14.  Suchen Sie sich frühzeitig Hilfe

Wenn Sie mit der Trennungssituation und Ihren Gefühlen nicht fertig werden, suchen Sie sich Hilfe bei einem Coach, Psychotherapeuten oder Beratungsstelle.

Oftmals helfen schon wenige Termine mit einer neutralen Person dabei, die Trennung besser zu verarbeiten, die eigenen Gedanken und Gefühle neu zu ordnen und durch andere Sichtweisen neue Perspektiven für die Zukunft zu entwickeln.

 

Besonders wichtig ist externe Hilfe, wenn Sie schon daran gedacht haben, sich das Leben zu nehmen oder in letzter Zeit übermäßig Alkohol, Schlaf-oder Beruhigungsmittel konsumiert haben.

In Notfällen ist die Telefonseelsorge unter 0800-111 0 111 kostenlos und rund um die Uhr  für Sie da.

 

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Kommentare: 2
  • #1

    Sina (Dienstag, 09 Januar 2018 16:44)

    Bin jetzt seit 3 Wochen getrennt und ein paar der Tipps haben mir tatsächlich geholfen. Ich hoffe ich denke weiter daran mich von meinem Ex fernzuhalten...

  • #2

    Mark (Freitag, 26 Januar 2018 09:58)

    Ich finde es so schwer jeden Morgen wieder ohne sie aufzuwachen. Aber immerhin habe ich jetzt wieder angefangen ins Fitness Studio zu gehen, das hilft etwas. Vielleicht probiere ich ja den einen oder anderen Tip aus, mal schauen ob es was bringt.